Jahresranking 2025: Welche DAX-CEOs prägen die Medien-Agenda
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat am Sonntag das CEO-Impact-Ranking von UNICEPTA für das Jahr 2025 veröffentlicht
Deutliches Jahresbild: Autoindustrie in struktureller Krise, sicherheitspolitische Zeitenwende verstetigt Sichtbarkeit
Oliver Blume (VW) führt Jahresranking an, Armin Papperger (Rheinmetall) auf Platz 2, Ola Källenius (Mercedes-Benz) auf Platz 3
Christian Sewing (Deutsche Bank) vor Oliver Zipse (BMW) in den Top 5
19.01.2026
2025 war für Deutschlands Schlüsselindustrien ein Stresstest. Die Autoindustrie steckt in einer strukturellen Krise mit Preisdruck, Nachfrageschwäche in China und der anspruchsvollen Umstellung auf E-Mobilität. Gleichzeitig belasten Zölle, Handelskonflikte und hohe Energiepreise die Standortbilanz, Lieferketten bleiben anfällig und Investitionsentscheidungen verlagern sich in Richtung USA. Parallel erlebt die Wirtschaft einen historischen Aufbruch durch Künstlichen Intelligenz, auf den Unternehmen mit neuen Prozessen, Produkten und Investitionen reagieren. Zugleich prägen geopolitische Spannungen, Sicherheitsfragen sowie wirtschaftliche Verschiebungen und Neuordnungen die Agenda. In dieser Gemengelage rücken im vergangenen Jahr vor allem Auto- und Sicherheitsindustrie in den Fokus der Berichterstattung. Das zeigt das aktuelle CEO-Impact-Jahresranking von UNICEPTA und ordnet ein, welche Themen die Aufmerksamkeit der Leitmedien 2025 gebündelt haben und warum.
Oliver Blume an der Spitze
Blume prägt das Jahresranking der medienwirksamsten DAX-CEOs mit großem Abstand. Die Berichterstattung rahmt seine Sichtbarkeit entlang der krisenhaften Ausgangslage der deutschen Automobilindustrie und des Konzernumbaus. Bild am Sonntag zitiert ihn: „Die Welt ist aus den Angeln geraten: geopolitische Krisen, Kriege, Zölle. Das betrifft die gesamte Industrie und eben auch uns. Wir steuern aber bereits erfolgreich dagegen.“ Damit markieren Leitmedien Krisenumfeld, Kurskorrektur und Priorisierung als zentrale Treiber der Aufmerksamkeit.
2025 stand seine Doppelrolle als Vorstandschef von Volkswagen und Porsche im Fokus. Die WirtschaftsWoche zitiert: „Verantwortung war meine wesentliche Motivation, die Führung des Volkswagen-Konzerns anzunehmen […]. Meine Doppelrolle ist für die anstehenden Aufgaben wichtig, aber nicht für alle Zeit ausgelegt.“ Im vierten Quartal folgte konsequent die Ankündigung, dass Blume den Porsche-Posten zum Jahreswechsel abgibt.
Besonders sichtbar war Blume, wenn es um den Wandel zur E-Mobilität ging. Die tagesschau berichtet, er verlange mit Blick auf das Verbrenner-Aus einen „Realitätscheck“ und „flexible Übergangszeiträume“, betone zugleich aber einen „klaren Fokus auf die E-Mobilität“. Diese Kombination aus Pragmatismus und Zielbild prägte die Debatte über Volkswagens Transformationspfad.
Papperger auf Platz 2, Källenius komplettiert die Top 3
Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall, folgt auf Platz 2. Die mediale Präsenz speist sich aus Rekordaufträgen, Kapazitätsausbau und einer klaren strategischen Zuspitzung auf Sicherheitsprodukte. Reuters zitiert einen selbstbewussten Rheinmetall-CEO: „Rheinmetall ist erfolgreich auf seinem Weg, ein globaler Rüstungschampion zu werden.“ Die Linie wird flankiert von Aussagen zur Neuausrichtung des Portfolios. Bild berichtet, Papperger rechne damit, „2030 werden die Nato-Staaten nicht 100 Prozent da sein, wo sie sein wollen“. Und ergänzte, man sei „bereit zum Verkauf des zivilen Geschäfts im ersten oder zweiten Quartal nächsten Jahres“. Das Zusammenspiel aus anhaltender Nachfrage, Skalierung und Portfoliofokussierung erklärt seine hohe Sichtbarkeit im Jahresverlauf.
Ola Källenius, CEO von Mercedes-Benz, rundet die Top 3 ab. Im Interview mit Der Spiegel zeigt er sich zum Standort Deutschland positiv gestimmt und betont die Rolle der Politik, den Mobilitätswandel gestalten zu lassen. „Ich sehe im Koalitionsvertrag sehr viel Ermutigendes, vor allem aber eines: einen Fokus auf Wachstum als Grundvoraussetzung für alles, was wir tun wollen. Das ist sehr positiv.“ Seine Sichtbarkeit speist sich 2025 vor allem aus der Regulierungs- und Transformationsdebatte. FOCUS zitiert ihn: „Wir müssen sehen, wie wir die Regularien pragmatisch anpassen, um drei Dinge zu erreichen: die Dekarbonisierung, die Wirtschaftskraft – und die Vernetzung.“ Den Realitätscheck zum Verbrenner-Aus setzt er dann aber in USA Today: „Wir müssen uns der Realität stellen. Sonst rasen wir mit voller Geschwindigkeit auf eine Wand zu.“
Christian Sewing auf Platz 4, gefolgt von Oliver Zipse auf Platz 5
Christian Sewing steht im Jahresverlauf mit der Deutschen Bank zugleich für operative Ergebnisse und tiefgreifenden Umbau. Mit Blick auf die Verlängerung seines Vertrags bis April 2029 betont er den strategischen Ausblick: „Es gibt so viele Möglichkeiten da draußen“, gibt ihn Reuters wieder, „die nächste Phase unserer Entwicklung wird davon geprägt sein, diese Chancen zu nutzen.“ Dass diese Perspektive von Substanz getragen ist, zeigen die Zahlen. Bild zitiert Sewing im Juli: „Wir freuen uns sehr, sowohl im zweiten Quartal als auch im ersten Halbjahr den höchsten Gewinn seit 2007 erzielt zu haben.“ Daneben positionierte Sewing sich als wirtschaftspolitische Stimme und forderte mehr Wachstumsdynamik und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland, um Populismus entgegenzuwirken und Stabilität zu sichern.
Zipse steht 2025 für eine klare Linie zu Technologie und Standort. Im Interview mit der Bild am Sonntag wird Ende November noch wie folgt zitiert: „Technologieneutralität ist der Schlüssel, um Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und wirksamen Klimaschutz optimal miteinander zu verbinden.“ Wenige Wochen später kündigte BMW den CEO-Wechsel zum Mai 2026 an, was die Aufmerksamkeit zusätzlich bündelte. Im Anschluss rückt die Standort- und Handelsperspektive in den Fokus. Auf tagesschau.de ordnet er ein: Niedrige Energiepreise seien „die Themen, die in einer globalisierten Welt ganz zentrale Bereiche sind, die man jetzt im Auge haben muss“. bild.de ergänzt die handelspolitische Position: „Jeder Zoll ist ein Zoll zu viel. Die Rechnung zahlen immer die Bürger des Landes, das die Zölle erhebt.“ Die Kombination aus Standortthemen, IAA und Energiekosten- sowie Zollkritik erklärt Zipses anhaltende Sichtbarkeit.
Die weiteren Platzierungen im Top-10-Ranking: Roland Busch (Siemens, Platz 6), Christian Klein (SAP, Platz 7), Guillaume Faury (Airbus, Platz 8), Bill Anderson (Bayer, Platz 9), Bjørn Gulden (Adidas, Platz 10).
Für das CEO-Impact-Ranking werteten die Media-Intelligence-Expert:innen von UNICEPTA im Jahr 2025 13.206 Beiträge aus 116 deutschen und internationalen Print- und Online-Quellen aus, die zwischen Januar und Dezember 2025 erschienen sind. Das Ranking basiert auf Ergebnissen aus dem UNICEPTA DAX-Benchmark. Dieser erfasst kontinuierlich die mediale Präsenz aller DAX-Konzerne und ihrer CEOs sowie Rezeptionswahrscheinlichkeit, Fokus und Tonalität der Berichterstattung.
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