Deutschlands Wirtschaftsagenda sortiert sich neu: Welche DAX-CEOs im ersten Quartal 2026 die Schlagzeilen prägen
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung veröffentlicht das CEO-Impact-Ranking von UNICEPTA für das erste Quartal 2026
Oliver Blume behauptet Platz 1, sein Vorsprung im Index schrumpft jedoch deutlich
Christian Sewing rückt auf Platz 2 vor, Roland Busch folgt direkt dahinter auf Platz 3
Die Top 5 liegen im Index so eng beieinander wie lange nicht
20.04.2026
Das erste Quartal 2026 war wirtschaftlich von einer ungewöhnlich breiten Agenda geprägt. Deutschlands Industrie kämpft weiterhin mit schwacher Dynamik, hohen Energiekosten und einer fragilen Wettbewerbsposition. Zugleich erhöhen geopolitische Konflikte und Handelsfragen den Druck auf Lieferketten, Investitionen und Standortentscheidungen. Parallel bleibt Künstliche Intelligenz das große Zukunftsthema der Wirtschaft, ohne dass sich daraus automatisch eine geschlossene mediale Dominanz von Tech-CEOs ableitet. Das zeigt das aktuelle CEO-Impact- Ranking von UNICEPTA für das erste Quartal 2026: Die Sichtbarkeit verteilt sich diesmal stärker über Branchen hinweg. Neben der Automobilindustrie rücken Banken, Industrie, Pharma und Software deutlich stärker in den Fokus.
Oliver Blume, der zum Jahreswechsel seine Doppelrolle im VW-Konzern mit der offiziellen Niederlegung des Amtes als Porsche-CEO beendet hat, prägt das erste Ranking der medienwirksamsten DAX-CEOs 2026 zwar erneut als Bestplatzierter, sein Vorsprung im Index-Score schmilzt nun jedoch deutlich. Seine Sichtbarkeit ist im ersten Quartal 2026 vor allem von Restrukturierung, Sparkurs, China und Standortpolitik geprägt. Bild zitiert ihn im Interview mit Blick auf den tiefgreifenden Umbau des Konzerns: „Wir haben VW von Grund auf umgekrempelt.“ Im selben Gespräch lobt er die „hohe Disziplin und Leistungsbereitschaft“ in China und setzt damit einen impliziten Vergleich zur europäischen Industrie- und Planungskultur.
Die Standortfrage rückt mit Blick auf die USA besonders in den Vordergrund. Auf dem WELT-Wirtschaftsgipfel sagt Blume: „Zölle zahlen und investieren, wir können nicht beides.“ Damit verdichtet sich die Berichterstattung auf die Frage, unter welchen Bedingungen Europa im internationalen Wettbewerb noch investieren und produzieren kann.
Die härteste Selbstdiagnose folgt auf der Jahrespressekonferenz. Welt.de zitiert Blume: „Unser Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr.“ Parallel dazu greifen Medien den Sparkurs des Konzerns auf. BBC berichtet unter Verweis auf einen Brief an die Aktionär:innen, dass bis 2030 rund 50.000 Stellen im Volkswagen-Konzern in Deutschland abgebaut werden sollen. Zusammen ergibt sich das Bild eines CEOs, an dem sich Strukturbruch, Härte und internationale Standortdebatten im ersten Quartal besonders stark bündeln.
Christian Sewing auf Platz 2, Roland Busch komplettiert die Top 3
Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, rückt auf Platz 2 vor. Im Jahresranking 2025 lag er noch auf Platz 4. Seine Sichtbarkeit wird weniger von operativer Zuspitzung als von wirtschaftspolitischer Einordnung, Ergebnisstärke und Verantwortungsrhetorik getragen. Reuters zitiert Sewing mit Blick auf Geschäftszahlen und Konzernentwicklung: „Wir waren nie besser gerüstet für die Zukunft.“ Auf welt.de setzt er mit Blick auf die Landtagswahlen die makroökonomische Klammer: „Wir stehen vor einer Ära ohne Wachstum.“ Damit erscheint Sewing in diesem Quartal
zugleich als Stabilitätsfigur seines Hauses und als Mahner für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Roland Busch, Vorstandsvorsitzender von Siemens, folgt auf Platz 3. Im Jahresranking 2025 belegte er noch Platz 6. Seine Sichtbarkeit wird nun vor allem von KI, Industrie 4.0 und Standortpolitik geprägt und dies verschafft ihm deutlich mehr medialen Impact. Im Interview mit dem manager magazin sagt er: „Wir erschaffen das industrielle Gegenstück zu ChatGPT.“ Wenige Tage zuvor bezog er auf dem WELT-Wirtschaftsgipfel auch zur Lage des Standorts Deutschland Stellung und traf einen deutlich kritischeren Ton: „Wenn Deutschland eine Firma wäre, müsste sie in den Krisenmodus schalten.“ Damit verbinden sich Zukunftstechnologie und Reformdruck zu den zentralen Treibern seiner Präsenz.
Bill Anderson auf Platz 4, Christian Klein folgt auf Platz 5
Bill Anderson, Vorstandsvorsitzender von Bayer, rückt im ersten Quartal vor allem mit einem zentralen strategischen Thema in den Fokus: dem Glyphosat-Vergleich und der Frage, wie der Konzern wieder mehr Handlungsfreiheit gewinnen kann. Gegenüber BBC.com sagt er: „Der Glyphosat-Vergleich ist ein wichtiger Schritt.“ In der weiteren Einordnung macht Anderson deutlich, dass es ihm um mehr geht als um einen einzelnen Rechtsstreit. Welt.de zitiert ihn mit den Worten: „Das ist seit fast einem Jahrzehnt eine riesige Belastung für Bayer, und das muss aufhören. Wir haben eine Mission, die
wichtiger ist als ein Gerichtsstreit.“ So erscheint Anderson im Diskurs weniger als Verwalter einer Altlast, sondern als CEO, der Bayer von einer langjährigen Last befreien will.
Christian Klein, CEO von SAP, komplettiert die Top 5. Im ersten Quartal steht er in den Medien vor allem für Technologie-, Transformations- und Haltungsfragen. CNBC berichtet, Klein sage, „Europa holt auf“, wenn es um digitale Souveränität geht. Zugleich tritt er auch gesellschaftspolitisch deutlich hervor. Welt.de zitiert ihn mit klaren Worten zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg: „Ein AfD-Erfolg wäre ein fatales Zeichen.“ Damit wird Klein nicht nur über den KI- und Technologiediskurs sichtbar, sondern auch über eine klare politische Positionierung.
Die weiteren Platzierungen im Top-10-Ranking: Oliver Zipse (BMW, Platz 6), Bettina Orlopp (Commerzbank, Platz 7), Ola Källenius (Mercedes-Benz, Platz 8), Armin Papperger (Rheinmetall,Platz 9), Bjørn Gulden (Adidas, Platz 10).
Für das CEO-Impact-Ranking werteten die Media-Intelligence-Expert:innen von UNICEPTA im ersten Quartal 2026 3.615 Beiträge aus 116 deutschen und internationalen Print- und Online-Quellen aus, die zwischen Januar und März 2026 erschienen sind. Das Ranking basiert auf Ergebnissen aus dem UNICEPTA DAX-Benchmark. Dieser erfasst kontinuierlich die mediale Präsenz aller DAX-Konzerne und ihrer CEOs sowie Rezeptionswahrscheinlichkeit, Fokus und Tonalität der Berichterstattung.
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