Verteidigung rückt ins Zentrum: Armin Papperger führt das CEO-Impact-Ranking im zweiten Quartal 2026 an
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung veröffentlicht das CEO-Impact-Ranking von UNICEPTA für das zweite Quartal 2026
Armin Papperger springt von Platz 9 an die Spitze und verdrängt Oliver Blume
Ola Källenius rückt auf Platz 3 vor und komplettiert die neue Spitzengruppe
Sicherheit, industrieller Umbau und strategische Eigenständigkeit prägen die mediale Wirtschaftsagenda
19.07.2026
Das zweite Quartal 2026 stand im Zeichen wachsender geopolitischer Unsicherheit und eines verschärften Standortdrucks. Der Krieg im Nahen Osten belastete Energiepreise, Lieferketten und Investitionen, während Verteidigungsfähigkeit und technologische Souveränität stärker in den wirtschaftspolitischen Fokus rückten. Das zeigt das aktuelle CEO-Impact-Ranking von UNICEPTA: Sicherheits- und industriepolitische Themen prägen die mediale Agenda deutlich stärker. Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall, steigt von Platz 9 an die Spitze. Oliver Blume folgt auf Platz 2, Ola Källenius auf Platz 3. Pappergers Präsenz wird von starken Geschäftsaussichten, steigenden Auftragserwartungen sowie Debatten über europäische Rüstungskooperation, Drohnenabwehr und militärische KI geprägt.
Das Handelsblatt greift Pappergers Forderung nach globalen Regeln für den Einsatz Künstlicher Intelligenz in Waffensystemen auf. Mit Blick auf die menschliche Kontrolle autonomer Systeme zitiert die Zeitung ihn: „Wir stellen kein einziges System her, bei dem nicht der Mensch die finale Entscheidung trifft.“ Der Beitrag ordnet diese Aussage als ethischen Ansatz von Rheinmetall ein und verweist darauf, dass technologisch bereits weitergehende Automatisierung möglich wäre.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der geplanten Zusammenarbeit von Rheinmetall und der Deutschen Telekom bei der Drohnenabwehr. Bild berichtet über einen gemeinsamen Abwehrschirm zum Schutz von Städten und kritischer Infrastruktur und zitiert Papperger mit den Worten: „Die Bedrohung durch Drohnen ist hochgradig digital.“ Nach Darstellung des Beitrags sollen dabei Rheinmetalls Abwehrtechnik und die Netzkompetenz der Telekom zusammengeführt werden.
Daneben prägt die Zukunft des deutsch-französischen Panzerprojekts MGCS die Berichterstattung. Die Welt berichtet, Frankreich plane nach Pappergers Informationen deutliche Budgetkürzungen. Als mögliche Folgen nennt der Beitrag Streichungen bei den vorgesehenen Leistungsanteilen und weitere Verzögerungen. Papperger wird dazu mit den Worten zitiert: „Wenn man weniger Geld zur Verfügung hat, wird man nicht schneller, und wir sind jetzt schon sehr langsam.“ Die Passage ordnet seine Sichtbarkeit in die Debatte über die Finanzierung und den Fortgang des europäischen Rüstungsprojekts ein.
Restrukturierung und Resilienz prägen die Autoindustrie: Blume und Källenius auf den Plätzen 2 und 3
Nach mehreren Quartalen an der Spitze fällt Oliver Blume auf Platz 2 zurück. Die Berichterstattung über den Volkswagen-Chef konzentriert sich im zweiten Quartal vor allem auf Sparprogramme, Stellenabbau, Überkapazitäten und den weiteren Konzernumbau. Die tagesschau berichtet über verschärfte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und zitiert Blume mit den Worten: „Unsere Lage ist angespannt und anspruchsvoll.“ Zugleich verteidigt er den Sparkurs und die Anpassung der Produktionskapazitäten. Im Raum steht ein immenser Stellenabbau bei den Wolfsburgern. Das manager magazin berichtete von rund 100.000 Stellen, die gestrichen werden könnten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt dabei auch auf der Zukunft des Werks Osnabrück. Bild zitiert Blume: „Wir werden in Osnabrück ab 2027 keine Produkte des Volkswagenkonzerns mehr produzieren und sind deshalb in intensiven Gesprächen mit Unternehmen der Verteidigungsbranche.“ Eine eigene Waffenproduktion schließt er aus: „Wir werden keine Waffen produzieren.“ Als mögliche Felder nennt der Beitrag unter anderem Fahrzeuge für militärische Transporte.
Ola Källenius verbessert sich von Platz 8 auf Platz 3. Seine mediale Präsenz ist von Elektrifizierung, Innovation und der Positionierung von Mercedes-Benz in einem schwierigen Marktumfeld geprägt. In einem Welt-Interview zur Wettbewerbsfähigkeit Europas wird er mit den Worten zitiert: „Wir stehen an einem Wendepunkt und müssen wirtschaftlichen Erfolg, Resilienz und Dekarbonisierung jetzt parallel erreichen.“
Daneben berichtet das Wall Street Journal über die grundsätzliche Bereitschaft von Mercedes-Benz, sich unter wirtschaftlich tragfähigen Bedingungen an der Verteidigungsproduktion zu beteiligen. Källenius erklärt, Europa müsse sein Verteidigungsprofil stärken. In deutscher Übersetzung lautet seine Aussage: „Sollten wir dabei eine positive Rolle spielen können, wären wir dazu bereit.“
Juristische Entlastung und Übernahmekampf: Anderson und Orlopp auf den Plätzen 4 und 5
Bill Anderson bleibt auf Platz 4. Im Mittelpunkt der Berichterstattung steht erneut der Glyphosat-Rechtsstreit, allerdings mit deutlich besseren Vorzeichen als im vergangenen Quartal: Unter anderem greifen Handelsblatt und CNBC die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA als wichtigen Schritt für Bayer auf, weil sie die Position des Konzerns in einem Teil der Verfahren stärkt und die langjährigen Rechtsrisiken begrenzen könnte. Daneben bleibt Andersons Umbau des Konzerns ein wichtiges Thema. FOCUS zitiert ihn mit den Worten: „Mein Ziel ist es, Bayer zum schlankesten, schnellsten und innovativsten Life-Science-Unternehmen der Welt zu machen.“ Der Beitrag ordnet die Aussage in seine Agenda ein, Hierarchien abzubauen, Entscheidungen stärker in eigenverantwortliche Teams zu verlagern und Abläufe zu beschleunigen.
Bettina Orlopp folgt auf Platz 5. Die Berichterstattung über die Commerzbank-Chefin wird vor allem vom Übernahmeringen mit UniCredit geprägt. Orlopp wirbt dabei öffentlich für die Eigenständigkeit des Instituts und sucht die Unterstützung der Aktionär:innen. n-tv zitiert sie aus der gemeinsamen Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat: „Was die UniCredit als Zusammenschluss bezeichnet, erweist sich als Restrukturierungsvorschlag, der massiv in unser bewährtes und profitables Geschäftsmodell eingreifen würde.“ Das Handelsblatt greift zudem ihren direkten Appell an die Aktionär:innen auf, während die WirtschaftsWoche ihre offensive Rolle im Abwehrkampf hervorhebt. Im Fokus stehen damit die Zukunft der Commerzbank, die Bewertung des Angebots und die Eigenständigkeit des Instituts.
Die weiteren Platzierungen im Top-10-Ranking: Christian Klein von SAP auf Platz 6, Christian Sewing von der Deutschen Bank auf Platz 7, Bjørn Gulden von Adidas auf Platz 8, Timotheus Höttges von der Deutschen Telekom auf Platz 9 und Markus Kamieth von BASF auf Platz 10.
Für das CEO-Impact-Ranking werteten die Media-Intelligence-Expert:innen von UNICEPTA im zweiten Quartal 2026 2.975 Beiträge aus 116 deutschen und internationalen Print- und Online-Quellen aus, die zwischen April und Juni 2026 erschienen sind. Das Ranking basiert auf Ergebnissen aus dem UNICEPTA DAX-Benchmark. Dieser erfasst kontinuierlich die mediale Präsenz aller DAX-Konzerne und ihrer CEOs sowie Rezeptionswahrscheinlichkeit, Fokus und Tonalität der Berichterstattung.
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